DAS WEINHAUS   Was ist für Sie ein wirklich guter Wein?

Ein wirklich guter Wein, zaubert einem ein Strahlen ins Gesicht. Er erzeugt ein unmerkliches Nicken und ein leuchten in den Augen!

DAS WEINHAUS   Wo liegt die Stärke Ihres Familienbetriebs  und welchen Stellenwert haben dabei Ihre Weinbergslagen „Am Lumpen“, „Escherndorfer Lump“ und „Escherndorfer  Fürstenberg“?

Wenn die Familie funktioniert, so wie bei uns ist Sie eine der besten Vorrausetzungen für einen funktionierenden Betrieb. Weil die positive Energie der Familie in den Betrieb übergeht.
Mit den besonderen Lagen die wir haben, haben wir in Escherndorf ein Alleinstellungsmerkmal. Es ist eine Herausforderung die Steillagen und Hanglagen zu bewirtschaften, es zeigt sich aber immer wieder in schwierigen Jahren, dass dies auch die Garantie für hohe Qualität ist. Die Lagen verlangen viel von uns, geben uns aber auch sehr viel Potential zurück.

DAS WEINHAUS   Sie leiten zusammen mit Ihrem Vater das Weingut. Seit wann sind Sie im elterlichen Betrieb tätig und wie sind die Arbeiten dabei aufgeteilt?

Ich bin seit dem Abschluss meines Studiums 2004 im Weingut. Ich habe eine Winzerlehre abgeschlossen und in Geisenheim Weinbau und Oenologie studiert. Die Aufgabenverteilung ist nicht 100%ig aufgeteilt, für uns ist es wichtig, dass wir alle Abläufe miteinander besprechen. Die Arbeiten im Weinberg werden hauptsächlich von meinem Vater überwacht, im Keller arbeiten wir gemeinsam.

DAS WEINHAUS   Ihr Vater verfügt über sehr viel Erfahrung und gehört in Franken seit Jahren zu den großen Qualitäts-Pionieren. Wie schaffen Sie es dennoch Ihre Ideen und Visionen im Betrieb einzubringen?

Mein Vater ist da sehr offen und läßt mir Raum für eigene Ideen und Visionen. Er ist keiner der gleich zu allem nein sagt. Er sagt allerdings: dass es unnötig ist, die Fehler die er schon gemacht hat, noch einmal zu machen. Das sehe ich auch ein. Er weiß aber auch das es wichtig ist, sich immer wieder weiterzuentwickeln und nicht stehen zu bleiben.

DAS WEINHAUS   Seit Jahren sammeln Sie nationale und internationale Auszeichnungen für Ihre Weine. Wo liegt Ihrer Meinung nach das Geheimnis dieser überragenden Qualitäten?

Geheimnisse gibt es da keine ;-)
Aber ich denke, dass unsere Liebe zum Detail enorm dabei hilft.

DAS WEINHAUS   Ihr Weingut ist nicht nur ein Garant für erstklassige trockene Weißweine, sondern auch für edelsüße Gewächse. Was fasziniert Sie persönlich an guten Süßweinen und wie sieht der Markt dafür aus?

Die Herausforderung es jedes Jahr wieder zu schaffen, spornt einen unheimlich an. Je schwieriger das Jahr ist, desto größer ist bei uns der Wunsch trotzdem Weine im edelsüßen Bereich zu ernten.
Für uns ist eine gute Säurestruktur bei den Weinen besonders wichtig, dadurch sind die Weine trotz des hohen Restzuckers niemals nur süß sondern haben Spannung und machen durch den Säurekick sehr viel Spaß.
Die Weine werden nicht nur in den asiatischen Raum verkauft sondern sind auch oft in der Spitzengastronomie als Menübegleiter zu finden und wir haben sehr viele Weinliebhaber die einfach gerne Süßweine zum Dessert oder als Aperitiv trinken.

DAS WEINHAUS   Ich habe den Eindruck, dass der Aufwand hochwertige Weine zu produzieren tendenziell immer größer wird. Wetterextreme und klimatische Veränderungen fordern den Winzern alles ab. Welchen Eindruck haben Sie diesbezüglich?

Das ist Richtig. Wir sind hier in Escherndorf mit herausragenden Lagen gesegnet, doch auch hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Vorallem die immer wieder schwierigen Bedingungen kurz vor der Weinlese fordern uns jedes Jahr aufs Neue. Nur mit Intensiver Laubarbeit, ständiger Kontrolle der Trauben und schnelles Handeln ist es uns in den letzten Jahren gelungen hochwertige Weine zu ernten. Mehrmalige Lesedurchgänge mit der Hand, bei denen nur die gesunden und reifen Trauben geerntet werden sind dafür mttlerweile unumgänglich.

DAS WEINHAUS   Mir ist aufgefallen, dass neben den Prestige-Rebsorten Silvaner und Riesling auch der meist unterschätzte Müller Thurgau auf Ihrem Weingut eine durchaus wichtige Bedeutung hat. Was gefällt Ihnen persönlich an dieser Rebsorte?

Der Müller- Thurgau ist uns in der Tat wichtig und nimmt nach wie vor 20 % unserer Rebfläche ein. Wir wollen mit dem Müller-Thurgau vorallem zeigen, dass die Rebsorte nicht nur als „Trinkwein“ geeignet ist, sondern auch in höheren Qualitäten wie die „Erste Lage“ oder in besonderen Jahren auch mal als Eiswein beeindruckt.


DAS WEINHAUS   Viele Weine erreichen oftmals erst im Zusammenspiel mit einem guten Essen eine besondere Dimension. In welchem Küchenstil sehen Sie die bevorzugte Symbiose mit Ihren Weinen?

Aufgrund der Vielfältigkeit unserer Weine passen Sie sehr gut zu den klassischen, regionalen Gerichten wie aber auch zur mediterranen und asiatisch angestrebten Küche.  Durch die gute Säure die unsere Wein haben, können die Weine auch gern das ein oder andere Jahr reifen, bevor das Zusammenspiel mit den Speisen optimal ist. 

DAS WEINHAUS   In der Weinszene wird seit geraumer Zeit viel über die Themen Biodynamie, Naturweine und Spontanvergärung diskutiert. Manchmal hat man sogar den Eindruck, dass guter Wein nur noch so entstehen kann. Ihr Weingut ist weder bio-zertifiziert noch bringt man mit Ihnen lautstarkes (Bio)-Marketing in Verbindung. Wie stehen Sie zu den oben genannten Themen und was bedeutet für Sie persönlich nachhaltiger und verantwortungsvoller Weinbau?

Für uns ist es klar, dass wir einen Weinbau betrieben, der unsere Weinberge und die Kulturlandschaft auch noch die nächsten Jahrhunderte überleben lässt. Es ist wichtig die Weinrebe gut versorgt zu wissen. Aber noch wichtiger ist es unseren Kindern eine funktionierende Umwelt zu hinterlassen.

DAS WEINHAUS   Zum Abschluss noch eine „Bauch-Frage“:
Mit welcher Wein-Speisen-Kombination kann man Sandra Sauer die größte Freude machen?

Da bin ich nicht auf etwas bestimmtes festgelegt.
Ich hatte vor Jahren bei Alexander Herrmann in Wirsberg ein Erlebnis, dass ich nicht vergessen habe, es war die Kombination von Gänseleber mit einem Süßwein, die mir bis heute positiv in Erinnerung geblieben ist.
Und im Tantris haben wir bei einem Weinmenü zur
Lauwarmen Forelle mit Apfel, Sellerie und Holunderblütenfond unseren 2013 Escherndorfer Lump Riesling Kabinett trocken kombiniert, darüber würde ich mich auf jeden Fall wieder freuen! 




 

Sauer

S A N D R A   S A U E R

 


Zurück zur Startseite

© 2017 - 08.12.2017